Für Bewegungsfreiheit & gerechte Entwicklung!

Umverteilung praktisch angehen: Dauer- oder Einzelspenden gesucht – jeder Betrag ist willkommen!

Afrique-Europe-Interact ist für seine alltägliche Arbeit ausschließlich auf Spenden bzw. einzelne Anträge bei Stiftungen angewiesen. Derzeit sammeln wir für folgende Aktivitäten Geld: Erstens für einen Friedensmarsch der malischen Sektion unseres Netzwerks von Bamako nach Douentza im Februar 2013; zweitens für unsere Projekte gegen Landgrabbing – inklusive Weiterentwicklung des Kontaktes zu zwei Dörfern im Office du Niger/Mali; drittens für unsere neue 3 × 1.000-Kampagne für Basisinitiativen in Togo und Mali; viertens für eine Info-Karawane zu Bewegungsfreiheit im Vorfeld des WSF in Tunesien im März 2013 und fünftens für unsere allgemeine Netzwerk-Arbeit – hierzulande genauso wie in Mali, Tunesien und Togo.

Spenden sind weiterhin steuerlich absetzbar! SpenderInnen erhalten (sofern uns die Adressen bekannt sind) jeweils unsere neusten Druckerzeugnisse bzw. Film-DVDs per Post zugeschickt.

Unsere Kontoverbindung:

Name: Globale Gerechtigkeit e.V.
Kontonummer: 2032 237 300
Bank: GLS Gemeinschaftsbank
BLZ: 430 609 67

IBAN: DE67 4306 0967 2032 2373 00*
BIC: GENODEM1GLS

Oder online per Lastschrifteinzug (einfach & sicher – inklusive Bestätigungsmail):

Alle Daten werden über eine sichere Verbindung (SSL) übermittelt. Afrique-Europe-Interact verpflichtet sich, die Daten vertraulich zu behandeln, nicht an Dritte weiterzugeben noch Dritten in irgendeiner Weise zugänglich zu machen.

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Wofür wird das Geld gebraucht?

Transnationale Organisierung zwischen Afrika und Europa ist vergleichsweise kostspielig. Denn nicht nur politische Intervention geht mit Ausgaben einher. Auch praktische Solidarität ist gefragt, einfach weil viele BasisaktivistInnen in Mali bzw. Westafrika ökonomisch mit dem Rücken zur Wand stehen. Zur Absicherung unserer alltäglichen Arbeit sind wir daher auf regelmäßige, steuerlich absetzbare Spenden angewiesen – ob als monatlicher Dauerauftrag oder einmalige Unterstützung! Konkret suchen wir für folgende Projekte Spenden (wobei die Aktivitäten samt Spendenbedarf fortlaufend und detailliert auf unserer Webseite dokumentiert sind):

Friedensmarsch von Mopti nach Douentza: Das Projekt steckt noch in seinen Anfängen, verwiesen sei daher auf die Ausführungen von Ousamane Diarra von der Assoziation der Abgeschobenen Malis, die er in einem Interview für die Zeitung analyse & kritik jüngst formuliert hat: “Es soll ein Volksmarsch werden, kein Aktivisten-Marsch. Das Ziel ist, den islamistischen Rebellen klar zu machen dass sie allein sind, dass die Bevölkerung sie nicht unterstützt. Und auch die internationale Gemeinschaft soll darauf hingewiesen werden, dass dass es nicht nur Politiker gibt, sondern auch die Bevölkerung – die Bevölkerung von Mopti, von Segou, von Douentza, von ganz Mali. Wir sind da, wir stehen auf, wir gehen los. Es soll gezeigt werden, dass man eine gemeinsame Stimme hat, dass die Bevölkerung ein Faktor ist, der erwartet, dass es mit Verhandlungen weitergehen muss. Das größte Problem dürfte aber die Finanzfrage sein, denn es ist leider nicht selbstverständlich, dass in Afrika eine Organisation solche Sachen finanzieren kann, das kann einen manchmal auch demotivieren.”

Weitere Projekte: Im Bereich Landgrabbing ist zweierlei geplant: In Europa möchten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit intensivieren, unter anderem ist eine taz-Beilage im Herbst vorgesehen. Zugleich soll der Kontakt zu zwei Dörfern im Office du Niger (Mali) ausgebaut werden – inklusive logistischer Unterstützung sowie regelmäßiger Treffen zwischen AktivistInnen aus Bamako und dem Office du Niger. Im Bereich Migration möchten wir den Kontakt zu BasisaktivistInnen in Tunesien vertiefen (wozu auch einige der im Wüstencamp Choucha festsitzenden Flüchtlinge und MigrantInnen gehören), unter anderem soll im Vorfeld des Weltsozialforums in Tunis im März 2013 eine Info-Karawane zu Bewegungsfreiheit stattfinden (mehr Infos hierzu folgen Ende Dezember nach der Rückkehr einer kleine Delegation von Boats4People und Afrique-Europe-Interact aus Tunesien).

3 × 1.000 Euro für Basisinitiativen in Mali und Togo: Viele AktivistInnen in Ländern wie Mali oder Togo sind hochgradig prekären Bedingungen ausgesetzt. Formelle Jobs mit regelmäßigem Einkommen sind die absolute Ausnahme, von Arbeitslosengeld oder gesetzlicher Krankenversicherung ganz zu schweigen. Die mit solchen Verhältnissen verbundene existentielle Verunsicherung ist nicht nur persönlich fatal, sie lähmt auch die politische Arbeit – sei es, weil die erforderlichen Ressourcen fehlen, sei es weil sich die AktivistInnen zunächst einmal um ihr eigenes Überleben kümmern müssen. Afrique-Europe-Interact möchte daher an die bereits erfolgreich umgesetzte 11 × 1.000 Euro-Spendenkampagne für Basisinitiativen in Mali anknüpfen (siehe oben). Allerdings sollen aus pragmatischen Gründen bis Sommer 2013 nur drei Initiativen mit jeweils 1.000 Euro unterstützt werden: die ATE/Association Togolaise des Expulsés („Assoziation der Abgeschobenen Togos“), die mit dem Geld eine Ziegenherde aufbauen möchte, eine FischerInnen-Community in Bamako, die an den Ufern des Niger ökologische Fischzucht betreiben wollen und selbstorganisierte Migrantinnen aus der Elfenbeinküste in Bamako, die ihre Seifenproduktion ausdehen möchten (diesbezüglich ist bereits im September eine erste Rate von 500 Euro erfolgt).

Alltägliche Unterstützung der politischen AktivistInnen in Mali und Togo: Gerade weil Westafrika zu einer der ärmsten bzw. am ärmsten gemachten Regionen der Welt gehört, ist kontinuierlicher politischer Aktivismus für viele Menschen kaum durchzuhalten. In diesem Sinne ergibt sich in der transnationalen Kooperation immer wieder die Notwendigkeit zur punktuellen finanziellen Unterstützung – ganz gleich ob es sich um Fahrtkosten zu einer politischen Konferenz handelt, um einen Sack Reis für die Durchführung eines längeren Treffens, um den Kauf eines Malaria-Mittels, um die Bezahlung von Sendezeit beim lokalen Radiosender oder um die Übernahme von zwei Monatsmieten für ein kleines Schneider-Atelier. Im Übrigen gehen wir davon aus, dass der Bedarf insbesondere in diesem Bereich im Laufe des nächsten Jahres wachsen wird. Hintergrund ist, dass sich die Ernährungs- und Versorgungskrise im Zuge der Tuaregrebellion im Norden des Landes massiv zugespitzt hat. Mit der Konsequenz, dass insgesamt noch weniger Geld für politische Aktivitäten zur Verfügung steht, auch deshalb, weil viele AktivistInnen Verwandte unterstützen müssen, die aus dem Norden weiter nach Süden geflohen sind.

Wie spenden bzw. wie an Spendengeld kommen?

Afrique-Europe-Interact ist keine professionelle Spendenorganisation, sondern ein Netzwerk afrikanischer und europäischer Basisinitiativen: Entsprechend gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten, unser Spendenanliegen zu unterstützen – sowohl individuell als auch kollektiv:

Individuelle Spenden: Jeder Betrag ist willkommen – ob 10, 50, 500 oder mehr Euro, ob regelmäßig oder einmalig. Wir möchten deshalb ausdrücklich darum bitten, unsere Informationen möglichst breit zu streuen (gerne auch via Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken).

Kollektive Spendensammlungen: Ein weiterer Hebel ist die Organisation kollektiver Spenden bzw. die eigenständige Betätigung als FundraiserIn – ob durch Soli-Partys, Benefiz-Konzerte, private Bingo-Abende, Spenden-Banketts in der lokalen Volxküche, Überlassung der restlichen Gelder vom aufgelösten WG-Konto oder schlichte Sammelmails im persönlichen Umfeld.

Veranstaltungen: Afrique-Europe-Interact lässt sich gerne zu (Film-)Veranstaltungen einladen – beispielsweise zur Karawane, zu aktuellen Aktivitäten oder zu spezifischen Themen wie etwa FRONTEX, Landgrabbing oder die Situation von Baumwollbauern/bäuerinnen in Westafrika. Wenn dies obendrein mit ReferentInnenhonoraren einhergeht, hat sich die Angelegenheit aus unserer Sicht doppelt gelohnt.

Unser Netzwerk

Afrique-Europe-Interact ist ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk, das Anfang 2010 gegründet wurde. Beteiligt sind BasisaktivistInnen vor allem aus Mali, Togo, Deutschland, Österreich und den Niederlanden – unter ihnen zahlreiche selbstorganisierte Flüchtlinge, MigrantInnen und Abgeschobene.

Politisch verfolgt Afrique-Europe-Interact insbesondere zwei Ziele: Einerseits möchten wir die EU-Migrationspolitik öffentlichkeitswirksam an den Pranger stellen, andererseits die strukturellen Hintergründe von Flucht und Migration und somit die Forderung nach gerechter bzw. selbstbestimmter Entwicklung ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Denn das Recht auf globale Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit ist nur die eine Seite der Medaille. Nicht minder wichtig ist das Recht zu bleiben, also die Möglichkeit, zu Hause bzw. im Herkunftsland ein Leben unter sicheren, würdigen und selbstbestimmten Bedingungen führen zu können.

Derzeit ist Afrique-Europe-Interact vor allem in drei Feldern aktiv: Erstens gegen neokolonialen Landraub bzw. Landgrabbing, also den Ausverkauf großer Wald-, Acker- und Weideflächen an global operierende Banken, Investmentfonds und Konzerne – eine Entwicklung, die insbesondere in Afrika die Zerschlagung kleinbäuerlicher Existenzgrundlagen massiv zugespitzt hat. Zweitens gegen die EU-Grenzschutzagentur FRONTEX und somit die Militarisierung der EU-Außengrenzen, der bereits mehrere Zehntausend Menschen zum Opfer gefallen sind. In diesem Zusammenhang sieht Afrique-Europe-Interact das von der EU als Reaktion auf den Arabischen Frühling forcierte Projekt eines sogenannten „mediterranen Raumes“ äußerst kritisch – also die Idee einer privilegierten Partnerschaft inklusive Visaerleichterungen für StaatsbürgerInnen der nordafrikanischen Länder. Stattdessen machen wir uns für die Vision vielfältiger, flexibler und migrationspolitisch nicht reglementierter Verbindungswege zwischen Europa, dem Maghreb und Afrika südlich der Sahara stark – erwähnt sei daher auch die von uns mitgegründete Initiative „boats4people/Schiffe der Solidarität“, an der BasisaktivistInnen unter anderem aus Mali, Tunesien, Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich und den Niederlanden beteiligt sind. Hinzu kommt drittens, dass seit Anfang 2012 insbesondere die malischen Gruppen von Afrique-Europe-Interact durch die dramatischen Konsequenzen einer von Tuaregs und islamistischen Gruppen getragenen Rebellion im Norden des Landes weitgehend in Beschlag genommen sind – und das vor allem deshalb, weil es sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, wie in dieser Region Frieden und sozialer Ausgleich überhaupt erreicht werden könnte (mehr zu unseren politischen Projekten: siehe unten).

Was uns grundsätzlich eint, ist die Überzeugung, dass sich an den neokolonialen Dominanz- und Ausbeutungsverhältnissen nur etwas ändern lässt, wenn soziale Basisbewegungen aus Afrika und Europa in großem Stil gleichberechtigt, verbindlich und direkt zusammenarbeiten. Dies erfordert allerdings, dass die unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen, Interessen und Selbstverständnisse sorgfältig berücksichtigt werden. Insofern spielt für Afrique-Europe-Interact nicht nur die (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit Dominanz, Paternalismus oder rassistischen bzw. eurozentrischen Vorurteilen eine zentrale Rolle (vgl. hierzu insbesondere den dritten Teil unserer Broschüre „Mouvements autour des frontières // Grenzbewegungen“). Wichtig ist auch, dass BasisaktivistInnen aus Mali und Togo seitens der europäischen Sektion von Afrique-Europe-Interact zumindest im kleinen Stil finanziell unterstützt werden – Stichwort: Umverteilung praktisch angehen.

Kurze Geschichte von Afrique-Europe-Interact

Unsere erste größere Aktion war eine dreiwöchige Karawane für „Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung“ Anfang 2011. Rund 250 AktivistInnen – die meisten aus Mali – haben sich an der Bustour von der malischen Hauptstadt Bamako zum 11. Weltsozialforum in Dakar/Senegal beteiligt. Insgesamt waren die im Rahmen der Karawane durchgeführten Aktionen, Workshops und Versammlungen mit der lokalen Bevölkerung eine äußerst erfolgreiche Angelegenheit, so das einhellige Votum. Ganz oben auf der 'Hitliste' stand, dass es trotz zum Teil erheblicher organisatorischer, sozialer und politischer Schwierigkeiten überhaupt gelungen ist, das Vorhaben umzusetzen und somit so etwas wie wechselseitiges Vertrauen und gemeinsame Handlungsfähigkeit herzustellen.

Nach der Karawane haben uns zunächst die sozialen Umbrüche in Nordafrika in Atem gehalten. Nicht nur aus Solidarität mit dem Arabischen Frühling (samt 25.000 'spontaner' MigrantInnen aus Tunesien), sondern auch weil Hundertausende ArbeitsmigrantInnen und Flüchtlinge aus Subsahara-Afrika das von Bürgerkrieg heimgesuchte Libyen fluchtartig verlassen mussten – unter ihnen rund 6.000 Menschen, die nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten bzw. wollten und daher unter erbärmlichsten Bedingungen im Wüstencamp Choucha an der libysch-tunesischen Grenze gestrandet sind. Praktisch haben unsere Aktivitäten in mehreren Delegationsreisen, Demonstrationen sowie Deklarationen („Fluchtwege öffnen, Flüchtlinge aufnehmen!“ & „Freiheit statt Frontex“) Niederschlag gefunden. Die malischen Gruppen von Afrique-Europe-Interact waren zudem monatelang mit der Aufnahme von ZwangsrückkehrerInnen aus Libyen sowie Bürgerkriegsflüchtlingen aus der Elfenbeinküste beschäftigt.

In einem weiteren Schritt folgten wechselseitige Besuche: Zunächst kamen im November 2011 drei Delegierte der malischen Sektion von Afrique-Europe-Interact nach Europa und berichteten im Rahmen einer 14-tägigen Veranstaltungsrundreise über unterschiedliche soziale Kämpfe in Westafrika. Sodann reisten im Frühjahr 2012 mehrere Delegierte der europäischen Sektion nach Mali – in erster Linie, um zusammen mit zwanzig malischen AktivistInnen des Netzwerks in das 270 Kilometer nördöstlich von Bamako gelegene Office du Niger zu fahren und kleinbäuerliche, direkt bzw. indirekt von Landgrabbing betroffene Communities zu treffen.

Schließlich hat unter dem Motto „11 × 1.000 Euro: Umverteilung praktischen angehen!“ zwischen Juni 2011 und Februar 2012 in Österreich und Deutschland eine Spendenkampagne für elf Basisintiativen unseres Netzwerks in Mali stattgefunden (wobei die Auswahl ausschließlich von der malischen Sektion erfolgt ist). Ziel der Kampagne war es, die politischen und sozialen Basisintiativen in ihrer oftmals hochgradig prekären Alltagsökonomie zu unterstützen – quasi als mehr oder weniger symbolischer Vorgriff auf jene Umverteilung bzw. Umkehrung der Ressourcenströme zwischen Süd und Nord, an der gesamtgesellschaftlich ohnehin kein Weg vorbeiführt. Entsprechend wurde mit dem Geld ganz verschiedenes angeschafft, beispielsweise eine Getreidemühle, eine Lautsprecheranlage sowie Einrichtung und Computer für ein neues Beratungsbüros.

Unsere aktuellen Schwerpunkte

Neokolonialer Landraub ist in aller Munde – und das zu Recht: Denn der seit 2007 explosionsartig angewachsene Ausverkauf fruchtbarer (Acker-)Böden an Banken, Investmentfonds und Konzerne gleicht mittlerweile einer riesigen Enteignungswelle, die im Süden des Globus für mehrere Hundert Millionen Kleinbauern, FischerInnen und ViehhirtInnen den Verlust ihrer Existenzgrundlagen bedeuten könnte. So sind allein zwischen Oktober 2008 und Juni 2009 weltweit mindestens 47 Millionen Hektar Land unter den Hammer gekommen – was der Größe Schwedens und somit einem Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU entspricht. Rund 75 Prozent des Landgrabbing erfolgt mittlerweile in Afrika, betroffen sind mindestens 23 Länder in sämtlichen Teilen des Kontinents, darunter auch Mali. Vor diesem Hintergrund ist im März 2012 die schon erwähnte 30-köpfige Delegation von Afrique-Europe-Interact ins Office du Niger gefahren, wo die malische Regierung in den vergangenen Jahren 900.000 Hektar Land verkauft hat – überwiegend für die Produktion von sogenanntem Biosprit und Exportgetreide. Darüber hinaus haben AktivistInnen der europäischen Sektion von Afrique-Europe-Interact in Bremen und Frankfurt Filialen der Deutschen Bank belagert (letzteres im Rahmen der Blockupy-Proteste), da die Deutsche Bank einer der größten Player im weltweiten Geschäft mit dem Acker ist. Mittel- bis langfristig ist geplant, bäuerliche Communities im Office du Niger in ihren Landkämpfen zu unterstützen, außerdem soll ein Brückenschlag zum Widerstand gegen Haus- und Grundstücksvertreibungen in der Hauptstadt Bamako vorgenommen werden.

Das von Afrique-Europe-Interact mitbegründete Projekt „boats4people/Schiffe der Solidarität“ war ursprünglich eine Reaktion auf das massenhafte Sterben im Mittelmeer, welches im Frühjahr 2011 kurz nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen mit über 2.000 Toten einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Entsprechend ging es zunächst darum, mit möglichst vielen Booten auf dem Mittelmeer eine Art Monitoring des von der EU-Grenzschutzagentur FRONTEX koordinierten Krieges gegen Bootsflüchtlinge zu installieren. Doch diese Idee ist mittlerweile etwas in den Hintergrund gerückt – und das nicht nur, weil sich die Bereitstellung hochseetauglicher Boote als äußerst schwierig entpuppt hat. Stattdessen ist, jedenfalls für Afrique-Europe-Interact, in jüngerer Zeit die Kooperation mit (antirassistischen) Basisgruppen in Tunesien wichtiger geworden, auch mit Blick darauf, dass migrationsbezogene Fragen und Probleme unter der Ben Ali-Diktatur kaum thematisiert werden konnten. Als weiterer Schwerpunkt ist zudem die Zusammenarbeit mit Angehörigen von vermissten Flüchtlingen und MigrantInnen ins Auge gefasst. Denn der bohrende Schmerz der Ungewissheit und Verlustangst ist etwas, das wir in den letzten zwei Jahren in Mali und Tunesien immer wieder bei Angehörigen erlebt haben. Inspirierend dürfte insofern auch sein, dass das transnationale Netzwerk „Welcome to Europe“ bereits 2011 an der türkisch-griechischen Grenze Flüchtlinge und MigrantInnen bei der Suche nach Verwandten unterstützt hat, die mutmaßlich in der Evros-Region ums Leben gekommen sind.

Die Auswirkungen der Anfang 2012 begonnenen Tuareg-Rebellion im Norden Malis sind gravierend. Erwähnt sei nicht nur die faktische Spaltung des Landes, die jahrhundertealte soziale, ökonomische und kulturelle Verbindungslinien aufzubrechen droht. Noch dramatischer dürfte die Zuspitzung der ohnehin prekären Ernährungslage, die (Binnen-)Flucht von über 300.000 Menschen und der Umstand sein, dass islamistische (Terror-)Gruppen im Windschatten des Aufstandes in mehreren nördlichen Städten die Macht erobert haben. Ob bzw. wie unter solchen Bedingungen Frieden und sozialer Ausgleich erreicht werden können, ist in Mali hochgradig umstritten. Verwiesen sei insofern auf unsere Webseite – dort können sowohl Hintergrundtexte zum Konflikt als auch mehrere Erklärungen bzw. Deklarationen der europäischen Sektion von Afrique-Europe-Interact abgerufen werden.

Mitmachen, Kontakt & Materialien

Mitmachen: Afrique-Europe-Interact ist ein dezentral organisiertes Netzwerk: Die europäische Sektion trifft sich drei- bis viermal pro Jahr – Interessierte sind jederzeit willkommen! Jenseits davon ist es auch möglich, lokal mitzuarbeiten, feste Gruppen gibt es zur Zeit in Wien, Berlin und Bremen.

Kontakt: AME/Association Malienne Expulses (Assoziation der Abgeschobenen Malis). Mail: expulsesmaliensbasta@yahoo.fr Téléphone: (+223) 20 24 30 16; all included/Amsterdam: Mail: info@allincluded.nl Téléphone: (+31) 020 379 52 36; NoLager Bremen: Mail: nolagerbremen@yahoo.de Téléfon: (+49) 01578 4852 921; Conni Gunßer (Flüchtlingsrat Hamburg): Mail: conni.gunsser@sh-home.de Téléfone: (+0049) 0173 4108 642; Afrique-Europe-Interact Wien: Mail: aei-wien@gmx.net

Materialien: Wer mehr über Afrique-Europe-Interact erfahren möchte, wird auf unserer Webseite fündig, außerdem können auch einige unsere Materialien per Post bestellt werden (nolagerbremen@yahoo.de): Die 45-minütige DVD der Bamako-Dakar-Karawane „…denn wir leben von der gleichen Luft“ (mit dt./franz./engl./span. Untertiteln); die Broschüre „Mouvements autour des frontières // Grenzbewegungen“ (deutsch/französisch, 120 Seiten, 2. Auflage, November 2011) und eine 36-seitige Textsammlung zu Landgrabbing in Mali (deutsch, 1. Auflage, Juli 2012).

Last but not least: Wir möchten an dieser Stelle auch ausdrücklich auf unser Schwesternetzwerk „Welcome to Europe“ hinweisen, das wie Afrique-Europe-Interact im Zuge des Noborder-Camps auf der griechischen Insel Lesbos im Sommer 2009 entstanden ist. An Welcome to Europe sind BasisktivistInnen unter anderem aus Afghanistan, Eritrea und Somalia sowie aus zahleichen europäischen Ländern beteiligt. Welcome to Europe unterstützt Flüchtlinge und MigrantInnen auf ihrem Weg nach bzw. durch Europa – insbesondere mit einem viersprachigen Webguide (englisch/französisch/farsi und arabisch). Darüber hinaus ist Welcome to Europe schwerpunktmäßig im Kampf gegen Dublin II-Abschiebungen aktiv: http://w2eu.net/ + http://w2eu.info/

AEI-Spendenkampagne 2012

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